Die Lage am Morgen: Nummer 15 im Auftrag Ihrer Majestät

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Staffel 2, Folge 3, spielt Anfang 1957. Premierminister Anthony Eden hat in der Sueskrise ein derartiges Chaos angerichtet, dass er vom eigenen Kabinett und maßgeblich von seinem Schatzkanzler Harold Macmillan (einem Mitverursacher des Chaos) zum Rücktritt gedrängt wird. Macmillan tritt seine Nachfolge an und erscheint zur ersten Audienz bei der Queen. Sie verläuft für ihn unangenehm. Für die schlimme Lage, in der sich das Land nun befinde, sei er ebenso verantwortlich wie sein Vorgänger, sagt sie zu ihm: »Man sollte immer den eigenen Anteil am Geschehen akzeptieren – auch am Chaos.«

Willkommen in der Realität und Aktualität Großbritanniens: Für das Chaos von Johnsons Regierungszeit ist die neue Premierministerin, die sich aus reinem Opportunismus von der Brexit-Skeptikerin zu einer leidenschaftlichen Befürworterin wandelte, in hohem Maße mitverantwortlich.

Was die »Montagsdemonstrationen« für den Dienstag bedeuten

Die Demonstrationen gestern Abend in Leipzig sollten den Start in einen »heißen Herbst« markieren, so hatte es sich die Bundestagsfraktion der Linken erhofft: ein »heißer Herbst gegen soziale Kälte«.

Auch die Rechtsextremen werben seit Wochen für vermehrte Proteste gegen die Energiepolitik der Bundesrepublik. Meine Kollegin Ann-Katrin Müller war gestern in Leipzig dabei. Als ich sie spätabends nach ihren Eindrücken fragte, schrieb sie mir: »Der ›heiße Herbst‹ ist eher lauwarm gestartet. Die vor allem von rechts erhoffte Querfront gab es nicht – was vor allem den Linken zu verdanken war, die sich explizit gegen die Rechtsextremisten positionierten.«

Möglicherweise hat das am Sonntag vorgestellte Entlastungspaket der Bundesregierung die Wut mancher, die eigentlich auf die Straße hatten gehen wollen, gemildert. Es ist aber genauso gut möglich, dass die Kritik, die wegen der Entlastungsmaßnahmen von allen möglichen Seiten auf die Bundesregierung einprasselte – von einigen Sozialverbänden bis zu Vertretern der Industrie – den Kritikern, die auf die Straße strebten, den Wind aus den Segeln nahm.

Wohin man sieht, was auch immer verkündet wird – Gegenmeinungen, und zwar laute, gibt es zurzeit überall. Als Robert Habeck gestern beschloss, dass zwei deutsche Atomkraftwerke bis Mitte April 2023 als Reserve zur Verfügung stehen sollen, bezweifelten die einen, ob er den versprochenen Atomausstieg ernst genug nimmt. Die anderen warfen ihm vor, es sei fahrlässig, Atomenergie lediglich als Reserve vorzuhalten. Vorhaltungen kamen nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus der Koalition, aus den eigenen Reihen.

Es sind schwierige Zeiten, da gibt es nichts schönzureden. Aber die eine Sorge, dass politische Debatten von einem Mainstream erstickt würden, dürfte zurzeit nicht zu den dringlichsten gehören.

Ob es deswegen auf den Straßen ruhig bleibt, ist nicht gesagt. Aber eine gewisse Logik hätte es, dass bei so viel innerparlamentarischer Opposition die außerparlamentarische leiser würde.

Mehr News und Hintergründe zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier:

  • Das geschah in der Nacht: Die ukrainische Armee will in acht Orten Sturmangriffe abgewehrt haben. Präsident Selenskyj warnt vor Gefahr in Atomkraftwerk. Und: Moskau sperrt Hollywoodstars aus. Der Überblick.

  • »Immer wieder sagt Putin: ›Kosovo, Kosovo, Kosovo!‹«: Der Ukrainekrieg bedroht auch den fragilen Frieden auf dem Balkan. Der albanische Regierungschef Edi Rama erklärt, was gegen Misstrauen und Hass hilft – und was Angela Merkel damit zu tun hat. 

  • Selenskyj berichtet von befreiten Siedlungen – und warnt vor hartem Winter: Die ukrainische Offensive im Süden des Landes feiert weitere Erfolge – zumindest laut Präsident Selenskyj. In den zurückeroberten Gebieten starten die Aufräumarbeiten, während in Charkiw russische Raketen einschlagen. Das Video.

  • Habeck geht nicht von Wiederinbetriebnahme von Nord Stream 1 aus: Russland liefert kein Gas mehr durch die Pipeline – angeblich aus technischen Gründen. Wirtschaftsminister Robert Habeck erwartet allerdings einen dauerhaften Exportstopp.

Planet auf Diät?

Heute wird in Berlin eine Studie vorgestellt, die das Öko-Institut im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Interessante Fragestellung: Welche Auswirkungen es auf die Landwirtschaft hätte, wenn sich die deutsche Bevölkerung nach dem Vorbild der Planetary Health Diet ernähren würde?

Die Planetary Health Diet wird liebevoll (und durchaus großspurig) auch »Speiseplan zur Weltrettung« genannt. Die Empfehlung lautet, sich vor allem pflanzlich zu ernähren und nur in Maßen tierische Produkte zu sich zu nehmen.

Es ist erstaunlich, dass sich inzwischen selbst einstige Profiteure des Junkfoods zu Propheten eines gesünderen Lebensstils gewandelt haben. Ein Beispiel dieser Spezies ist der Manager Olaf Koch, der einmal Chef des Metro-Konzerns war und als solcher von der Fertigsoße bis zum Steak alles vermarktete, was die Lebensmittelindustrie hergab.

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